Nach dem Frühstück buchte ich mir von Pune nach Goa einen Flug, der zwar teurer als das Bahnticket ist, aber wenn die Waitlist ständig gecancelt werden, habe ich echt keine Zeit und Lust ständig zum ACM Office zu gehen, um ein Confirmed Ticket irgendwo im Zug zu erhalten.
Ebenso machte ich es mit der Strecke von Goa nach Hubli, hier werde ich jedoch mit dem Bus fahren.
Das wird ein Spaß werden, wobei das meine zweite Busfahrt in Indien sein wird.

mein heutiges Frühstück: Black Coffee, Indori Poha und Indori Sandwiches
Nach dem Auschecken ging ich nochmals zum ACM Office, das allerdings geschlossen hatte. Also rüber zum Reservation Office.
Auf dem Weg dorthin wurde mein Ticket auf Confirmed gestellt, was ich erst im Office bemerkte.
Allerdings ist noch nicht ersichtlich, in welchem Wagen ich sitzen werde. Alles ist möglich.
Im Office kam ich wieder unweigerlich mit den Leuten in Kontakt, da es schon ziemlich ungewöhnlich ist, dass sich hier ein Tourist hinverirrt.
Die Unterhaltung entspann sich über das Buchungssystem bis hin zu den im Zusammenhang mit der rasant wachsenden Bevölkerung in Indien resultierenden Problemen.
Ich versuchte ihnen zu erklären, dass eine wachsende Bevölkerung in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren bewegt werden will und deshalb eine gut funktionierende und breit ausgebaute Infrastruktur insbesondere für öffentliche Verkehrsmittel, egal ob Metro, Eisenbahn oder Busse, extrem wichtig sind und das Rückgrat für eine funktionierende Gesellschaft und Wirtschaft darstellen.
Weitere Punkte waren bspw. die Umweltverschmutzung sowohl durch Abgase als auch Plastikmüll. Ein Abfallwirtschaftssystem mit Recycling- und Müllverbrennungsanlagen sind hier unerlässlich.
Ebenso muss das Aufklären der Bevölkerung in diesem Zusammenhang forciert und Verstöße härter mit Geldstrafen sanktioniert werden.
Ich sagte ihnen aber auch, dass ich trotz des unverständlichen Buchungssystems der Indian Railway und des völlig chaotischen Verkehrs Indien unglaublich faszinierend finde und dieses Land als mein zweites zu Hause betrachte.
Während ich mich mit drei jungen Leuten unterhielt, bemerkte ich nicht, dass immer mehr Leute dazukamen und zuhörten. Denn eines sollte insbesondere der deutschen Regierung klar sein, die Inder halten große Stücke auf Deutschland.
Meiner Meinung nach sollte die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern viel stärker ausgebaut und intensiviert werden, gerade auch im Hinblick mit dem akuten Personalmangel in der deutschen Wirtschaft.
Danach ging ich zum Bahnhof und gab meinen großen Rucksack in der Gepäckaufbewahrung ab. So konnte ich ohne schweres Gepäck nochmal bei Domino’s eine Pizza zum Mittag essen und einen letzten Kaffee bei Café Coffee Day trinken.

Olli in Indore, aktuell im Café
Die restliche Zeit werde ich jetzt mit warten verbringen.
Nach gut eineinhalb Stunden im Café holte ich meinen großen Rucksack wieder ab.
Ich ging zum Bahnsteig 4, denn hier befindet sich der Warteraum für alle Fahrgäste. Leider war der raum voll, aber neben dem Eingang stand ein Stuhl, der an einen kleinen Tisch angekettet war.
Ich rückte mir alles ordentlich zurecht, zog die verrutschte Tischdecke wieder glatt und beobachtete die Situation auf dem Bahnsteig.
Die vorbeilaufenden Reisenden sahen mich an und lachten, weil ich die Gelegenheit nutzte und mir so einen Sitzplatz für die nächsten Stunden sicherte.

mein Sitzplatz auf dem Bahnsteig
Reisende die mir einen Blick zu warfen wurden von mir, wie es sich gehört, höflich gegrüßt.
Einige der Reisenden glaubten, ich arbeite für die Bahn und wollten eine Auskunft von mir, aber als ich sie darüber aufklärte, dass ich mir den freien Sitzplatz in Beschlag nahm, entwickelten sich nette Gespräche.
Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Reise.
Mein Zug wurde über eine Stunde vor Abfahrt bereitgestellt und fuhr pünktlich ab. Ich konnte für einige Stunden schlafen, bis der ältere Herr gegenüber anfing zu schnarchen.
Da ich sowieso eine Stunde später aussteigen musst, war mir das egal.
In Chhayapuri, einem Bahnhof in Vadodara, kam ich pünktlich an.
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