Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zum City Palace. Dort besuchte ich das City Palace Museum.

Der Andrang der Besucher war schon am frühen Morgen sehr stark.

City Palace Udaipur

City Palace Udaipur

Also schwamm ich im Strom der Leute mit und traf dabei eine kleine deutsche Gruppe. Eine kurze Unterhaltung mit ihnen und schon waren sie wieder verschwunden. Es schien fast so, als hätten sie ein straff durchgetaktetes Programm.

Blick aus Fenster

Blick aus Fenster

Ich versuchte mich mit dem Fotografieren zurückzuhalten und da ich schon vor zehn Jahren hier war, wusste ich, dass hinter der nächsten Biegung ein neues Fotomotiv auftauchen kann und die Versuchung nur all zu groß sein würde.

Im Kanch Ki Burj, welcher von Maharana Karan Singhji 1620 bis 1628 erbaut wurde, befindet sich ein Raum der komplett mit Glas- und Spiegelglasinlays verziert ist.

Kanch Ki Burj

Kanch Ki Burj

Eine prachtvolle Arbeit. Andere Räume sind mit Malereien verziert.

Die Gänge zu den Erkern sind mit Inlayarbeiten aus Spiegelglas versehen.

florales Motiv mit Spiegelglasinlays

florales Motiv mit Spiegelglasinlays

Im Innenhof sind an den Pfeilern florale Motive aus verschiedenfarbigen Glaselementen zu finden.

Glasinlays in verschiedenen Farben

Glasinlays in verschiedenen Farben

Die folgenden zwei Fotos zeigen einen Pfau als Motiv. Dieser ist aus verschiedenfarbigen und unterschiedlich geformten Glaselementen gefertigt.

Pfau aus Glaselementen

Pfau aus Glaselementen

Hier die Pfauenfedern im Detail.

die Pfauenfedern

die Pfauenfedern

Durch verwinkelte Gänge gelangte der Besucher in immer neue Räume der gewaltigen Palastanlage. Hier den Überblick zu behalten ist gar nicht so einfach.

Informationen zur Architektur und dem Bau der Palastanlage, der sich in mehreren Phasen über Jahrhunderte hinzog, können nachgelesen werden.

Der Besucher kann Skulpturen aus dem 7. bis 16. Jahrhundert bestaunen. Diese stellten überwiegend Gottheiten dar, bspw. Brahma, Indra, Shiva, Vishnu und viele weitere mehr.

Agni (God of fire), Marmor, 12. bis 13. Jh.

Agni (God of fire), Marmor, 12. bis 13. Jh.

Eine Reihe der verschiedensten Musikinstrumente sind hinter Glas ausgestellt, neben Trommeln auch die Sitar in diversen Größen, die Dilruba, die Taus sowie die Tanpura.

die Tanpura

die Tanpura

Nicht nur indische, sondern auch westliche Instrumente wie das Piano, die Klarinette oder die Violine und sogar das Transistorradio sind vorzufinden.

In einem Teil des Museums kann der Besucher zahlreiche Arbeiten aus Silber sehen, so z.B. filigrane Behältnisse, Dolche, Münzen, Spielzeuge oder Schreine.

Silvershrine

Silvershrine

Dem Besucher werden auch Hieb- und Stich- sowie Schusswaffen aus längst vergangener Zeit präsentiert.

Am meisten aber beeindruckten mich die Malereien, dessen Farben aus unterschiedlichsten Steinen gewonnen werden, die zu feinen Pulver zerrieben und mit Kleber vermischt werden.

Maharana Fateh Singh

Maharana Fateh Singh

Als Untergrund dieser prachtvollen Arbeiten werden Papier oder Seide verwendet. Diese Arbeiten sind so präzise und detailreich ausgeführt, dass sie von einem Foto kaum zu unterscheiden sind.

Detail des Gürtelbereichs vom Portrait des Maharana Fateh Singh

Detail des Gürtelbereichs vom Portrait des Maharana Fateh Singh

In Udaipur ist diese Kunst der Malerei wirklich perfektioniert worden und das Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Neben der Portraitmalerei sind auch immer wieder klassische Motive, wie bspw. der Elefant (Jaipur), der Löwe (Udaipur) und das Kamel (Jaisalmer) zu finden.

So wie sich die Stammbäume der Maharanas in Udaipur durch die Zeit ziehen, so ziehen sich auch die Stammbäume der Portraitmaler durch die Zeit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in der Einen oder Anderen Familie jemand zu finden ist, der schon für die Maharanas gemalt hat.

Nach dem City Palace Museum machte ich noch eine Stippvisite in das Government Museum, in dem interessante Objekte zu sehen sind. Leider fristet dieses Museum ein unrühmliches Dasein.

Es fehlen Beschriftungen sowohl in Hindi als auch in Englisch, das Gebäude und der Außenbereich wirken verfallen und trostlos. Dieses Museum lädt nicht gerade zum Besuch ein, obwohl es wert ist besucht zu werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtverwaltung Udaipur langfristig etwas mehr Geld investiert.

In der Summe verbrachte ich etwa sechs Stunden im Palast.

Anschließend ging ich in das Café La Comida und futterte einen Veggi Burger.

Morgen werde ich mir die Vintage & Classic Car Collection der Royal Family anschauen und vielleicht noch das Ahar Museum.