Um acht Uhr beginnt der Aufstieg nach Tengboche (3.860 m) und von dort weiter nach Deboche (3.820 m).

Auf dem Weg dorthin saß eine ältere Frau mit einer Donation Box, indem jeder Trekker etwas Geld für den Ausbau der Wege hineinwarf.

Immer wieder kamen uns Carrier und Sherpa entgegen und wir grüßten entweder mit Namaste oder mit Drasi deli, was soviel wie Willkommen heißt.

Teatime machten wir in der Thamserku Lodge & Restaurant in Kyangjuma. Knoblauchsuppe und Ingwertee sind gut gegen Kopfschmerzen.

Der Weg bis Phortse lässt sich ertragen, er führt zwar ab und zu steil aufwärts, aber ansonsten ist es ein ebener Weg, der leicht an- und abfällt. Er wird übrigens von Arbeitern verbessert und die steilen Stufen durch ebene Wege ersetzt. Dazu braucht es eben Geld, da jedes Dorf selbst dafür aufkommen muss. Ein paar Rupien in die Donation Box zu werfen, sollte daher selbstverständlich sein.

Ang will mich immer wieder mit irgendwelchen Sherpamädels verkuppeln, dieses alte Schlitzohr.

Der Abstieg nach Fungkitenga verlangte nochmals die vollste Konzentration, denn die losen Steine können schnell zu einer unkontrollierbaren Rutschpartie führen. Jeder Schritt muss daher genau auf feste Steine platziert werden. Nur so kommen wir nach knapp dreieinhalb Stunden wohlbehalten im L. Sherpa Restaurant an, wo wir Mittag essen.

Blick ins Tal

Blick ins Tal

Die Sonne scheint so stark, dass sie es schafft, meine durchgeschwitzten Sachen während des Essens zu trocknen. Auf dieser Höhe kann man leicht einen Sonnenbrand bekommen, daher sollte man unbedingt eine Kopfbedeckung aufsetzen.

Ab jetzt geht es noch einmal etwa zwei Stunden steil bergauf. Steigungen zwischen 30 und 45 Grad sind normal, dazu wieder große Stufen und Steine. Der Staub knirscht zwischen meinen Zähnen.

Gompa auf dem Weg

Gompa auf dem Weg

Immer wieder kurze Pausen um Luft zu holen und zu trinken. An einem Rastplatz fragte mich ein Carrier nach Wasser. Versteht sich von selbst, ihm etwas zu geben. Dafür durfte ich sein Gepäck testen, den Riemen über den Kopf und die 50 Kilo auf den Rücken. Unglaublich schwer und diese Jungs sind damit verdammt schnell.

Weiter Aufsteigen, wie Ang sagt: „Up, up, up.“. Das nimmt keine Ende, ich bin eine Maschine. Um den Mani Stein herum und wieder dreimal Om Mani Padme Hum murmeln. Jede kurze Pause ist außerdem eine willkommene Gelegenheit Fotos mit dem iPhone zu machen. Die Kameras habe ich im Rucksack, es ist einfach zu staubig. Ab und zu ein Video, damit jeder diese Strapazen nachvollziehen kann.

Weiter gehts. Schritt für Schritt, ich spule sie automatisch ab, ohne nachzudenken, kurze Pause, Wasser und weiter.

Dann endlich taucht ein Mobilfunkmast auf, Tengboche auf 3.900 m Höhe ist geschafft. Nach Deboche, wo ich in der Everest Rhododendron Lodge and Restaurant schlafe, geht es zehn Minuten abwärts.

Der Abstieg strengt die Oberschenkelmuskeln gleichermaßen an, wie der Aufstieg.

Ama Dablam (6.814 m)

Ama Dablam (6.814 m)

In der Lodge angekommen, heißt es zunächst Sachen trocknen. Hier in Deboche ist nichts los, also half ich einen Bauern den Steinwall zu reparieren. Das fanden die Sherpas und Touristen gleichermaßen toll. Den Leuten hier etwas zu helfen bringt etwas Abwechslung und ich komme mit den Leuten hier in Kontakt.

Zum Abend dann noch High five mit sieben Damen aus Singapur, die völlig aufgedreht sind. Okay, ein Mann war auch noch dabei.

Ansonsten bin ich wieder total ausgepowert, freue mich auf das Abendessen und auf das Bett.

Babies werden von den Frauen in mit Decken abgedeckten Körben auf dem Rücken getragen, natürlich mit dem Riemen über dem Kopf.

Den Japaner Taizo Ikeda, den ich mit seiner Hasselblad am Sagarmatha Museum in Namche fotografierend traf, habe ich heute Abend in dieser Lodge wiedergetroffen. Bei dieser Gelegenheit haben wir unsere eMail-Adressen ausgetauscht.

Nach dem Abendessen gemeinsam mit den Sherpas um den heißen Ofen zu sitzen und ihren Geschichten zu lauschen, macht den Abend immer wieder zu einem Höhepunkt.