Im Hochgebirge zu wandern hat seinen Reiz, dazu zählen insbesondere die schneebedeckten Berge bei blauem Himmel. So schön wie die Aussicht dort oben auch erscheinen mag, einige wichtige Regeln sollten unbedingt beachtet werden, um den Urlaub nicht in einer Katastrophe enden zu lassen.

Dazu gehört neben einer vernünftigen Ausrüstung, wie Zelt, Daunenschlafsack, Isomatte auch eine Dauenjacke und lange Funktionsunterwäsche, die ohne Probleme Minusgrade verkraften können. Eine gute körperliche Verfassung ist essentiell, um die Strecke von etwa 50 bis 70 Kilometer sowie den Aufstieg zu schaffen.

Hinzu kommt, dass beim Aufstieg der knapp 3.000 m ausreichend Akklimatisierungsphasen für seinen Körper eingeplant werden müssen, um die Höhenkrankheit (AMS) und deren Begleitsymptome wie Kopfschmerzen und Ödeme zu vermeiden.

Mit der Regel go high, sleep down kann der Körper beim Akklimatisieren unterstützt werden, d.h. das durchaus höher aufgestiegen werden kann, die Schlafhöhe jedoch nicht höher als 400 m gegenüber des Vortages liegen sollte. Bei ersten Symptomen in der Abstieg überlebenswichtig.

Abgesehen davon ist es zwingend erforderlich, ausreichend Wasser zu trinken; Minimum sind etwa 3 Liter am Tag. Indikator für Flüssigkeitsmangel ist dunkler Urin und bei mangelnder Akklimatisation wird deutlich zu wenig Urin (mind. 1,5 Liter am Tag) ausgeschieden.

Einen Zeit- bzw. Tourenplan zu haben ist hilfreich, ihn aber auf Biegen und Brechen durchzuziehen, erhöht die Gefahr der Nachlässigkeit und verleitet dazu unnötige Risiken einzugehen. Schnelligkeit, Hektik und Stress sind bei diesem Unterfangen die denkbar schlechtesten Begleiter. Hier zahlt sich Langsamkeit aus, schon allein deshalb, um die atemberaubende Landschaft zu genießen.

Ich bin zwar kein Wetterexperte, aber mit ein wenig Übung lassen sich Rückschlüsse aufgrund aufziehender mittelhoher und hoher Wolkenformationen auf das kommenden Wetter ableiten. Wie es enden kann, wenn diese Anzeichen ignoriert und bei Schneefall und Sturm weitergegangen wird, zeigt das Unglück im Gebiet des Annapurna, bei dem mehr als 40 Touristen, Sherpa und Einheimische ums Leben kamen.

Die wichtigste Regel in diesem Fall lautet, umkehren und sich so schnell wie möglich unterhalb der Schneefallgrenze zu begeben. Sollte nicht ausreichend Zeit bleiben, ist eine Lodge die einzig sichere Option. Auch deshalb, weil sich nach ergiebigen Schneefällen die Gefahr von Lawinenabgängen drastisch erhöht.

Damit ist natürlich der gesamte Plan für die Tonne, aber allemal besser, als gut durchgekühlt am Berg zu verrecken.

Mit einer gut vorbereiteten Tour und ausreichendem Akklimatisieren sowie aktuellen Wetterberichten und dem umsichtigen Einschätzen der örtlichen Situation sollte das Risiko weitestgehend minimiert werden können und damit die Tour ein einmaliges Erlebnis werden.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema sind unter folgenden Links zu finden:

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