Wer bislang glaubt, dass Twitter nur etwas für schnöde Freaks ist, deren Sprachschatz sich ohnehin auf maximal 140 Zeichen beschränkt, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Mich hat es Anfang Oktober zu Twitter verschlagen und was ich in der kurzen Zeit an kreativen Köpfen kennenlernte bzw. zwischern hörte, ist schon unglaublich.

Da gibt es die Künstlerin Michaela von Aichberger (@frauenfuss) die es, ich kann’s unumwunden zugeben, mit ihrem Moleskine-Projekt: Ich male meine Follower inzwischen zu einer Berühmtheit in der Twittergemeinde gebracht hat.

Sie zeichnet und portraitiert ihre Follower in Moleskine-Notizbüchlein, die so zu kleinen Kunstwerken werden. Die Presse berichtete bereits über Ihre Aktion und wir dürfen uns freuen, wenn sie demnächst mit ihrer “Ich male meine Follower”-Ausstellung durch die Lande zieht.

Eine neue Aktion bei Twitter hat sich die Gräfin Alexandra (@silenttiffy) einfallen lassen, sie nennt sich: Ich nähe meine Follower. Hier Ihr erstes Kunstwerk.

Auch Lilian Kura (@textzicke) hat einen ausgeprägten Hang zu kreativen Wortspielchen und treibt mit Finde das Wort im Wort den Sprachwitz, gekennzeichnet mit dem Hashtag #i_put_the, gekonnt auf die Spitze. So kommen dann Kreationen, wie z.B. von @Projekt108: I put the Oma into Koma, zustande. Je verrückter desto besser.

Natürlich ließen sich noch weitere kreative Twitterer aufzählen, sie alle zu benennen würde den Rahmen sprengen.

Für all jene, die glauben Twitter sei langweilig, überflüssig und/oder seichte mediale Unterhaltung, haben entweder keine Ahnung oder sich noch nie mit diesem Medium auseinandergesetzt.

Twitter schafft somit eine völlig neue Ausgangsbasis für den kommunikativen und produktiven sowie den künstlerischen und sozialen Austausch kreativer Köpfe, Unternehmer oder eben auch Freaks. Für mich ist Twitter mehr als nur eine Kommunikationsplattform, ich kann hier meine sprachliche Kreativität ausleben.