Nun wird der IKB schon wieder Geld in den Arsch geblasen.

Diesmal vom Bund in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Zusätzlich geben private Banken 300 Mio. Euro. Damit beläuft sich das gesamte Rettungspaket auf 1,5 Mrd. Euro.

Die IKB hatte bereits zweimal eine Finanzspritze mit gut 6 Mrd. Euro erhalten. Davon wurden allein 5 Mrd. Euro von der staatlichen KfW zugeschossen.

Das macht dann Summa summarum etwa 13,5 Mrd. Euro.

Mir wird schwindlig, wenn ich mir das auf der Zunge zergehen lasse.

Wieviel Steuergelder darin enthalten sind, kann keiner sagen oder will keiner sagen. Angeblich sollen die nicht verwendet worden sein. Naja wer’s glaubt wird seelig.

Auf der Homepage ist im Porträt der IKB zu lesen:

Die Ziele unserer Kunden bestimmen unser Denken und Handeln.

oder sowas wie

Unser Wissen ist unser größtes Kapital.

Das einzige Wissen was man diesen unterbelichteten Finanzakrobaten zugestehen kann, ist die Tatsache, wie man Geld milliardenfach verheizt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass die Kunden, insbesondere der Mittelstand, den die Bank vertritt, eine derartige Unternehmenspraxis gutheißen dürften.

Wir erinnern uns.

Immobilienfinanzierer und Banken in den USA verliehen viele viele Dollar an Kreditnehmer mit zweifelhafter Bonität. Da hat man mal eben Immobilien mit Null Cent Eigenkapital finanziert.

Das diese zweitklassigen Hypothekendarlehen, auch Subprime Loans genannt, in Rauch aufgehen würden, war nur eine Frage der Zeit.

2006 dann der Showdown:

Nach einem ungezügelten Bauboom war einerseits das Angebot an Immobilien plötzlich größer als die Nachfrage und die Häuserpreise sanken. Andererseits sorgten die steigenden Zinsen dafür, dass immer mehr Hausbesitzer ihre Kreditraten nicht mehr zahlen konnten.

Was jetzt kam gleicht einem Krimi.

Viele Hypotheken platzen und diejenigen, die den Kreditnehmern das Geld leichtfertig geliehen hatten, fielen gehörig auf die Fresse.

Um die Risiken bei den Subprime Loans klein zu halten, wurden diese Kredite kurzerhand verkauft.

Diese “faulen” Kredite wurden von Banken und Hedge Fonds bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt, ordentlich durchgemischt, neu gebündelt und schließlich weiterverkauft.

Am Ende dieser Reihe stand dann das undurchsichtige Finanzkonstrukt “Rhineland Funding”. Diese Gesellschaft hatte rund 13 Mrd. Dollar in Kredite (CLO) und Spezialanleihen (CDO) investiert und diese Geschäfte mit obskuren kurzfristigen Schuldverschreibungen (CP ) gegenfinanziert. Die IKB hatte als Sicherheit für diese Geschäfte eine milliardenschwere Kreditlinie in Aussicht gestellt. Als die Rhineland diese Garantie wegen “fauler” Kredite tatsächlich in Anspruch nehmen musste, drohte der IKB das Aus.

Natürlich traf es nicht nur die IKB, sondern auch die SachsenLB und die WestLB.

Jetzt kann man natürlich über den Sinn dieser Finanzspritzen diskutieren. Im Falle eines Konkurses wären Einlagen im Volumen von 24 Milliarden Euro vom Verlust bedroht.

Was mich angesichts dieser Diskussion aber am meisten ankotzt, ist die Tatsache, dass bis heute keiner der Bankvorstände und Aufsichtsräte personelle Konsequenzen gezogen haben.

Offizielle Seiten der genannten Banken: